Microsoft hat mit Visual Studio Code 1.135 vom 26. August 2026 den experimentellen Rubber-Duck-Agenten eingeführt. Er gibt eine zweite Meinung zu Plänen, Code und Tests des arbeitenden Agenten ab und nutzt dafür ein anderes Modell als das der laufenden Sitzung. Der Ansatz soll übersehene Details und Randfälle sichtbar machen; das Feature ist ausdrücklich als experimentell gekennzeichnet.
Das Update 1.135 des Editors wurde am 26. August 2026 veröffentlicht. Microsoft hebt darin vier Neuerungen hervor: die Fortsetzung externer Agenten-Sitzungen, den Rubber-Duck-Agenten, eine überarbeitete Oberfläche des Agents-Fensters und eine detaillierte Token-Auswertung je Chat-Turn.
Der Rubber-Duck-Agent ist ein eingebauter Kritiker. Er bewertet Pläne, Code und Tests des primären Agenten und liefert eine konstruktive zweite Meinung – laut Microsoft mit dem Ziel, übersehene Details und Randfälle aufzudecken. Aufgerufen wird er über den Befehl /rubber-duck in einer Sitzung des Copilot-Agent-Hosts. Das Muster ist nicht neu: In der GitHub Copilot CLI war es bereits im April 2026 eingeführt worden.
Entscheidend ist die Modellwahl. Die Zweitmeinung kommt nicht vom selben Modell, das die Sitzung führt, sondern von einem komplementären Modell. Zwei Modelle mit unterschiedlicher Trainingsgrundlage ergänzen unterschiedliche Lücken – darin liegt der Unterschied zu einem zweiten Durchlauf mit derselben Grundlage. Eine Garantie ist das nicht: Teilen beide Modelle einen Fehler in den Trainingsdaten, bestätigen sie ihn gegenseitig. Das Feature ist als experimentell markiert und verbraucht zusätzliche Token, also zusätzliche Kosten pro Prüfung.
Weitere Änderungen in 1.135 betreffen die Sitzungsverwaltung:
- Der Agent-Host erlaubt es, dieselbe Agenten-Sitzung aus mehreren VS-Code-Fenstern zu öffnen. Er führt die Agenten-Harnesses in einem eigenen Prozess auf Basis des Agent Host Protocol aus; der Copilot-Agent läuft über das Copilot SDK.
- Die Sitzungsliste zeigt jetzt auch aktuelle Copilot- oder Claude-Sitzungen, die in anderen Anwendungen erstellt wurden. Standardmäßig erscheinen bis zu zwei zuletzt aktualisierte externe Sitzungen; steuerbar über die Einstellung chat.agentSessions.showExternal. Fortgesetzt werden sie in VS Code mit dem eigenen Copilot-Abonnement.
- Der Chat-Footer zeigt beim Überfahren eine Aufschlüsselung der verwendeten Token je Modell, getrennt nach Eingabe, gecachtem Eingabe-Anteil und Ausgabe.
- Das einspaltige Seitenlayout ist im Agents-Fenster jetzt standardmäßig aktiv, die Sitzungssteuerung wurde vereinfacht.
- Die Sandbox für den lokalen Agenten-Harness bleibt nach dem Rückbau der standardmäßigen Ausrollung auf null Prozent als Opt-in über die Oberfläche verfügbar.
Für Softwareentwicklung mit KI-Agenten verschiebt sich damit die Prüffrage. Bisher blieb entweder das Nachlesen beim Menschen oder die Hoffnung, dass das Modell die eigene Arbeit korrekt bewertet. Ein zweites Modell übernimmt einen Teil dieser Kontrolle, ohne den Menschen zu ersetzen. Das Muster lässt sich auf andere Prüfvorgänge übertragen, etwa auf Rechnungen, Angebote oder Protokolle, die von einem zweiten System mit abweichender Grundlage gegengeprüft werden.
Autor: Team REN-AI-SSANCE – mit KI-Unterstützung erstellt, von Menschen geprüft und freigegeben.
Quelle: InfoWorld – Originalartikel vom 27.08.2026; Release Notes VS Code 1.135 vom 26.08.2026; Abruf/Archivstand: 29.10.2026




