Studie: 40 Prozent der Security-Teams nutzen KI täglich

by | Okt. 29, 2026 | Ethik, Regulierung & Technologische Durchbrüche

Der Report State of AI in Security Operations 2026 von Prophet Security beziffert die tägliche KI-Nutzung in Security-Teams auf 40 Prozent. Weitere 56 Prozent testen die Technik nach eigenen Angaben noch, 4 Prozent haben keinen Plan. Datengrundlage ist eine Umfrage unter mehr als 250 Sicherheitsfachleuten.

Die Zahlen stammen aus dem Report State of AI in Security Operations 2026 von Prophet Security, der auf einer Umfrage des Instituts ViB unter mehr als 250 Cybersecurity-Fachleuten basiert. Addiert ergeben die 40 Prozent täglicher Nutzung und die 56 Prozent im Test einen Anteil von 96 Prozent, die KI in der Sicherheitsarbeit einsetzen oder prüfen. Nur 4 Prozent planen keinen Einsatz.

Der Report begründet die Entwicklung mit der Arbeitslast. Ein durchschnittliches Security-Team erhält demnach rund 100 Alarme pro Tag, größere Unternehmen bewegen sich auf 1.000 zu; mehr als ein Viertel der Teams liegt über 500 Alarmen täglich. Die Teamgrößen sind nicht mitgewachsen: Viele Einheiten arbeiten mit weniger als zehn Analysten, während die vollständige Untersuchung eines einzelnen Alarms im Schnitt 75 Minuten dauert. Alarme bleiben zudem fast eine Stunde unbearbeitet, bevor sie überhaupt gesichtet werden.

Die Folge sind Lücken. Rund 28 Prozent der Alarme werden nie untersucht. 60 Prozent der Befragten gaben an, ein ignorierter oder übersehener Alarm habe sich später zu einem ernsten Vorfall entwickelt, etwa zu einer Datenpanne oder einem Systemausfall; bei einem Drittel dieser Gruppe trat das im vergangenen Jahr mindestens dreimal auf. Bis zu 40 Prozent der Organisationen haben einzelne Alarmregeln ganz abgeschaltet, weil Personal zur Prüfung fehlte.

Gleichzeitig nimmt der Druck von der Angriffsseite zu. 56 Prozent der Fachleute beobachteten im vergangenen Jahr mehr KI-gestützte Angriffe, besonders in Finanz- und Gesundheitswesen. Genannt werden KI-geschriebene Phishing-Mails, Deepfake-Audio und -Video, massive Credential-Stuffing-Angriffe und KI-generierte Schadsoftware.

Bei den Gründen für den KI-Einsatz dominieren betriebliche Ziele: schnellere Reaktionszeiten (73 Prozent), bessere Erkennungsabdeckung (71 Prozent), mehr Arbeit mit gleich großer Mannschaft (56 Prozent) und weniger Belastung der Analysten (37 Prozent). 72 Prozent der Teams, die KI einsetzen, berichten von einer Verkürzung der Untersuchungszeit um mindestens 25 Prozent, was rund 25 Minuten pro Alarm entspricht.

Die Kontrolle bleibt weitgehend beim Menschen. 57 Prozent lassen jede KI-Entscheidung prüfen, bevor ein Alarm geschlossen wird. 44 Prozent nutzen KI für Handlungsempfehlungen, 30 Prozent für automatisierte Reaktionen bei geringem Risiko. Vollständige Autonomie ohne Aufsicht räumt kein befragtes Team ein. Wer eigene Werkzeuge baute, hatte keinen Geschwindigkeitsvorteil: 46 Prozent dieser Eigenentwicklungen wurden später eingestellt, erreichten nie den Produktivbetrieb oder wurden durch ein kommerzielles Produkt ersetzt.

Als größte Hürden nennen die Befragten Datenschutz und die Frage, womit Modelle trainiert werden (44 Prozent), sowie Erklärbarkeit der Ergebnisse (41 Prozent). Bei der Angriffserkennung zahlt sich investierte Zeit aus: 38 Prozent fanden durch eigene Suche Aktivitäten, die automatisierte Werkzeuge übersehen hatten, bei wöchentlicher Suche liegt die Trefferquote bei 49 Prozent gegenüber 8 Prozent ohne regelmäßige Suche.

Zur Einordnung: Prophet Security vertreibt selbst eine agentische Plattform für Security Operations, die auf genau diese Ausgangslage zielt, und veröffentlicht den Report über den eigenen Blog. Die Stichprobe von gut 250 Befragten bildet zudem Security-Teams ab, nicht den Durchschnitt kleiner Betriebe – im Handwerksbetrieb mit acht Beschäftigten existiert keine SOC-Mannschaft. Übertragbar ist weniger die Höhe der Zahlen als die Abfolge: Ausprobieren, Alltag, Freigabe. Wer die dritte Stufe überspringt, betreibt KI ohne Regel, wer sie stoppt und worauf zugegriffen wird.

Autor: Team REN-AI-SSANCE – mit KI-Unterstützung erstellt, von Menschen geprüft und freigegeben.

Quelle: The Hacker News – Originalartikel vom 27.08.2026 (Report: Prophet Security, State of AI in Security Operations 2026, Umfrage ViB, 250+ Befragte); Abruf/Archivstand: 29.10.2026

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