Seit dem 3. Juni 2026 sind auf US-Autobahnen Lastwagen mit Rechenzentrums-Technik im Wert von mehr als 110 Millionen Dollar verschwunden. Nach Auswertung von NBC News liegt die Summe bei über 100 Millionen Dollar, der Frachtdienst FreightWaves beziffert die gemeldeten Schäden auf 110,6 Millionen Dollar. Die Täter übernehmen Konten von Frachtbrokern auf Ladungsbörsen und leiten echte Sendungen an eigene Fahrer um.
Anfang Juni 2026 machte sich ein Sattelauflieger mit Servertechnik im Wert von rund 13 Millionen Dollar auf den Weg nach Fayetteville im US-Bundesstaat Georgia, wo einer der größten Rechenzentrums-Standorte des Landes entsteht. Der Auflieger kam nie an. Nach Angaben von NBC News, die sich auf Ermittler, Berater und Vertreter der Transportbranche stützt, sind seit dem 3. Juni Lastwagen mit Rechenzentrums-Technik im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar von US-Autobahnen verschwunden. Der Frachtdienst FreightWaves kommt laut derselben Auswertung auf 110,6 Millionen Dollar gemeldeter Schäden; einzelne Sendungen lagen zwischen 2 und 38 Millionen Dollar.
Die Täter greifen nicht die Rechenzentren selbst an, sondern die Buchungssysteme davor. Nach Darstellung der Ermittler übernehmen sie Konten von Frachtbrokern auf Ladungsbörsen, veröffentlichen gefälschte Transportaufträge und warten auf Gebote. Wer bietet, erhält einen Link mit Schadsoftware; ein Klick genügt, um die Kontrolle über das Konto der Spedition zu übernehmen. Mit diesem Konto wird anschließend auf echte Sendungen geboten. Die Ware geht dann an einen Fahrer, der zu der Gruppe gehört – teils über gefälschte Führerscheine, teils über einen regulär gebuchten Fahrer, der von dem Betrug nichts weiß.
In zwei der größten Fälle wurden die Begleitfahrzeuge ausgeschaltet. Bei der Ladung nach Fayetteville rammte eine Limousine ohne Kennzeichnung das Fahrzeug der beiden als Begleitung gebuchten Polizisten außer Dienst; die Beamten mussten anhalten, der Auflieger fuhr weiter. „Der Unfall war kein Unfall. Die Täter wollten diese Ladung, deshalb haben sie die Begleiter gezielt ausgeschaltet“, sagte der Privatermittler und frühere LASD-Beamte Gerardo Pachuca. In einem zweiten Fall aus Kalifornien mit Server-Rack-Komponenten im Wert von rund 10 Millionen Dollar, unterwegs nach Texas, wurde das Begleitfahrzeug von einem SUV gerammt. Die Sendung war dort zusätzlich per Anwendung GPS-überwacht – die Koordinaten waren nach Erkenntnissen der Ermittler gefälscht.
Die Beute umfasst Server, Glasfaserkabel, Speicherchips, Kupferdraht und Bitcoin-Mining-Hardware. Im Cook County in Illinois stellte die Sheriff-Behörde zwei Ladungen sicher: Kupferdraht für rund 300.000 Dollar und modulare Stromversorgung für Rechenzentren im Wert von etwa einer Million Dollar. In einem Fall aus Los Angeles County wurde Kühltechnik für Rechenzentren, bestimmt für Deepcool AI, zwischen Kosmetika, Fernsehern, Schuhen, Druckern, Lautsprechern und Nikotinbeuteln gefunden. Nach Angaben von NBC News gab es seit 2025 knapp zwei Dutzend solcher Vorfälle in Kalifornien, Texas und Utah.
Keith Lewis, Leiter des Betriebs beim Risikodienstleister Verisk CargoNet, sagte: „Es ist, als würde man reine Goldbarren stehlen. Es ist so viel einfacher, als eine Bank auszurauben.“ Die Ware landet nach Einschätzung der Ermittler selten auf offenen Marktplätzen, sondern wird zerlegt und über Graumärkte an Technikfirmen verkauft; in vielen Fällen stehe ein Käufer im Ausland schon vor dem Diebstahl fest. Scott Cornell, Vorsitzender der Transported Asset Protection Association Americas, sieht die Ursache in der Prüfung der Fahrer: „Das funktioniert nur, wenn die Fahrer nicht ordentlich überprüft werden.“ Mehrere Bundesstaaten haben Task Forces eingerichtet, Transportfirmen setzen weiter auf Begleitfahrzeuge.
Für Handwerksbetriebe und KMU verläuft der Angriffsweg über dieselben Schritte wie bei einer gefälschten Lieferantenmail: Konto, Link, Klick. Die Ermittler empfehlen, die Gegenseite über die im Vertrag hinterlegte Telefonnummer zu prüfen statt über Kontaktdaten aus einer Mail, und den Kreis der Beschäftigten zu begrenzen, die auf Fracht- oder Lieferantenportalen bieten dürfen.
Autor: Team REN-AI-SSANCE – mit KI-Unterstützung erstellt, von Menschen geprüft und freigegeben.
Quelle: NBC News – Originalartikel vom 26.10.2026; Abruf/Archivstand: 28.10.2026




