Bild-KI läuft heute vollständig lokal – auf einer Maschine, die in Ihrem Büro oder Ihrer Werkstatt steht, ohne Cloud, ohne Konto, ohne Verbrauchszähler. „Wirklich lokal“ ist dabei weniger eine Frage der Technik als eine Frage der Lizenz: kommerziell frei sind derzeit Qwen-Image 2512, Z-Image und FLUX.1 [schnell] unter Apache 2.0 sowie Stable Diffusion 1.5 und SDXL mit Nutzungsauflagen. Die neueste Generation ist gesperrt – FLUX.1 [dev] und Qwen-Image 2.1 dürfen ausdrücklich nicht kommerziell genutzt werden. Ein komplettes System mit 24 GB Grafikspeicher kostet einmalig 2.414,90 bis 3.599 EUR (Angebotspreise vom 12.10.2026), danach kostet ein Bild nur noch Strom: 0,57 Cent im Haushalt, 0,26 Cent im Gewerbe. Gegen Abrechnung je Bild rechnet sich das ab rund 400 Bildern im Monat, gegen ein Abo mit unbegrenztem Warteschlangen-Tarif nie. Wer lokal arbeitet, tut es nicht wegen des Preises – sondern wegen Datenhoheit, Lizenzsicherheit und Planbarkeit.
Dieser Text beantwortet drei Fragen in dieser Reihenfolge: Was läuft wirklich lokal, was kostet es, und wofür lohnt es sich – und wofür ausdrücklich nicht. Alle Preise sind Angebots- oder Herstellerangaben mit Datum; eigene Messwerte sind als solche gekennzeichnet.
Was „wirklich lokal“ heißt
Lokal heißt: Das Modell rechnet auf Ihrer Hardware, das Bild entsteht auf Ihrer Platte, und es gibt keinen Anbieter, der Bild oder Bildbeschreibung erhält. Kein Konto, keine Credits, keine Nutzungszähler, keine Preisänderung von außen. Die Kosten enden bei Strom – nicht bei einem Abrechnungsmodell.
Vorsicht bei Werkzeugen, die sich lokal nennen. Ein Browserfenster ist keine lokale Ausführung. Entsteht das Bild auf einem fremden Server, gelten dessen Bedingungen – und Ihre Bildbeschreibung ist unterwegs. Die Prüfung ist einfach und für jeden nachvollziehbar: Rechner vom Netz trennen und ein Bild erzeugen. Läuft es weiter, ist es lokal.
Welche Modelle tatsächlich lokal laufen, hängt an der Maschine. Die genügsamen Modelle laufen auf Grafikspeicher, den handelsübliche Karten mitbringen; die kompakteren der neuen Generation nennen laut Hersteller 16 GB Grafikspeicher als Untergrenze. Der folgende Überblick ordnet den Markt nach dem Gesichtspunkt, der später zählt:
| Modellfamilie | Lizenz | Kommerzielle Nutzung | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Stable Diffusion 1.5 | CreativeML Open RAIL-M | ja, mit Nutzungsauflagen | älteste Generation, niedrig aufgelöst, Auslaufmodell |
| SDXL 1.0 | CreativeML Open RAIL++-M | ja, mit Nutzungsauflagen | solider Standard, 1024er-Klasse |
| Stable Diffusion 3.5 | Stability AI Community License | ja bis 1 Mio. USD Jahresumsatz, Registrierung nötig | besser bei Schrift im Bild und komplexen Aufträgen |
| FLUX.1 [schnell] | Apache 2.0 | ja, ohne Auflagen | schnell, hohe Qualität |
| FLUX.1 [dev] | FLUX [dev] Non-Commercial License v2.0 | nein | gleiche Größenklasse, für Kundenarbeit gesperrt |
| HiDream-I1 | MIT – Fremdkomponente unter Meta-Lizenz | ja, Fremdkomponente separat zu prüfen | starke Prompt-Treue (Herstellerangabe) |
| Qwen-Image 2512 | Apache 2.0 | ja, ohne Auflagen | laut Hersteller stärkstes offenes Modell |
| Z-Image / Z-Image-Turbo | Apache 2.0 | ja, ohne Auflagen | kompakt und schnell, 16 GB Grafikspeicher (Herstellerangabe) |
| Qwen-Image 2.1 | Qwen Research License | nein | neuere Version derselben Familie, gesperrt |
Ein Marktsignal, das die Praxis zeigt: SDXL 1.0 steht bei rund 4,31 Millionen Downloads im Monat, Stable Diffusion 1.5 bei rund 1,64 Millionen, dahinter folgen FLUX.1 [dev] mit rund 659.000, Z-Image-Turbo mit rund 631.000 und FLUX.1 [schnell] mit rund 601.000 (Momentaufnahme 12.10.2026, Hugging Face). Downloads sind kein Qualitätsurteil, aber sie zeigen, womit tatsächlich gearbeitet wird.
Die Lizenz ist die eigentliche Hürde
Wer ein Bild veröffentlicht, braucht das Recht dazu. Dieses Recht steht nicht im Programm, sondern in der Lizenz des Modells – und dort liegen fünf verschiedene Regelungen nebeneinander.
Apache 2.0 ist die risikoärmste Klasse: kommerzielle Nutzung erlaubt, keine Umsatzschwelle, keine Registrierung. Open-RAIL-Lizenzen erlauben die kommerzielle Nutzung ebenfalls, verlangen aber, dass die Nutzungsbeschränkungen bei der Weitergabe als durchsetzbare Bedingung mitgegeben werden. Die Community-Lizenz von Stable Diffusion 3.5 gilt kostenlos bis 1 Mio. USD Jahresumsatz, verlangt für kommerzielle Nutzung eine Registrierung und endet oberhalb dieser Schwelle – dann braucht es eine Enterprise-Lizenz. MIT klingt noch freier, gilt aber nur für die Komponente: Bei HiDream-I1 stammt ein Teil des Pakets von Meta und unterliegt einer eigenen Lizenz mit eigener Schwelle.
Und dann ist da die Gruppe, die man übersieht: FLUX.1 [dev] steht unter einer Non-Commercial-Lizenz. Ausdrücklich ausgeschlossen sind umsatzgenerierende Tätigkeit, jede Wirkung auf Endnutzer und der Produktiveinsatz. Qwen-Image 2.1 verlangt sogar noch weniger: Nutzung „for research or evaluation purposes only“, Gerichtsstand Hangzhou. Für Veröffentlichungen und Kundenarbeit sind beide tabu.
Zwei Punkte dazu verdienen Aufmerksamkeit, weil sie regelmäßig Geld kosten.
Erstens: Neu ist nicht gleich frei. Qwen-Image 2512 steht unter Apache 2.0 und ist ohne Auflagen nutzbar – die neuere Version derselben Familie, Qwen-Image 2.1, ist auf Forschung und Bewertung beschränkt. Wer nach dem Gefühl „die neueste Version ist die beste“ aktualisiert, kann den kommerziellen Einsatz seines Werkzeugs mit einem Update beenden. Die Lizenzprüfung gehört deshalb vor jeden Modellwechsel und nicht danach.
Zweitens: Bei FLUX.1 [dev] widersprechen sich die Angaben. Die Modellbeschreibung auf der Plattform legt nahe, die Ergebnisse dürften auch kommerziell genutzt werden; der Lizenztext von Black Forest Labs verbietet genau das. Verbindlich ist der Lizenztext, nicht die freundlichere Beschreibung daneben. Klingt nach Kleingedrucktem – ist es aber nicht, denn es entscheidet darüber, ob ein Bild aus Ihrem Betrieb überhaupt veröffentlicht werden darf.
Was es kostet: einmalige Hardware, danach Strom
Ein kompletter Rechner, der 24 GB Grafikspeicher mitbringt, kostet laut Preisvergleich zwischen 2.414,90 EUR (günstigstes Angebot) und 3.599 EUR (Oberklasse) – Angebotspreise vom 12.10.2026. Die stärkste Karte dieser Klasse, die RTX 4090, ist abgekündigt: Als Einzelkarte kostet sie 3.989,99 EUR aus Restbeständen und damit mehr als ein komplettes System. Die Nachfolgerin startet bei etwa 4.937 EUR. Für eine Neubeschaffung ist der Komplettrechner der realistischere Weg; eine einzelne Karte lohnt nur, wenn ein Rechner schon steht.
Danach kostet ein Bild Strom und sonst nichts. Auf Basis eigener Messung rechnet das System rund 100 Sekunden je Bild; rechnet man 450 Watt Grafikkarte plus 100 Watt System an, sind das 0,0153 Kilowattstunden. Beim Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent je Kilowattstunde (BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026, Stand 21.08.2026) ergibt das 0,57 Cent je Bild, beim Gewerbestrompreis von 17,2 Cent noch 0,26 Cent. 1.000 Bilder im Monat verbrauchen damit Strom für 5,65 EUR. Kein Credit, kein Abo, keine Umsatzbeteiligung, keine Preisänderung von außen.
Der ehrliche Blick auf die Fixkosten gehört dazu: Über 36 Monate gerechnet liegen die Kosten für das System bei 67,08 bis 99,97 EUR im Monat. Diese Zahl fällt auch in einem Monat ohne ein einziges Bild an. Und sie ist nicht vollständig: Arbeitszeit für Einrichtung, Modellpflege und Betreuung, Ladezeiten und Ausfalltage sind in keiner dieser Rechnungen enthalten – sie sind zeitlich belegt, nicht monetär.
Was die Cloud kostet
Auf der anderen Seite stehen zwei sehr unterschiedliche Abrechnungsmodelle: der Preis je Bild und das Abo.
| Anbieter / Modell | Preis je Bild | in EUR |
|---|---|---|
| OpenAI gpt-image-2, Low, 1024 × 1024 | 0,006 USD | 0,005 |
| OpenAI gpt-image-2, Medium, 1024 × 1024 | 0,053 USD | 0,047 |
| OpenAI gpt-image-2, High, 1024 × 1024 | 0,211 USD | 0,188 |
| Ideogram 4.0 Turbo | 0,03 USD | 0,027 |
| Ideogram 4.0 Default | 0,06 USD | 0,054 |
| Ideogram 4.0 Quality | 0,10 USD | 0,089 |
| FLUX.2 [klein] 4B | ab 0,014 USD | ab 0,012 |
| FLUX.2 [pro] | ab 0,03 USD | ab 0,027 |
| FLUX.2 [max] | ab 0,07 USD | ab 0,062 |
Alle Werte sind Herstellerangaben vom 12.10.2026, umgerechnet mit dem EZB-Referenzkurs vom 09.10.2026 (1 EUR = 1,1206 USD). Zwei Einschränkungen dazu: OpenAI rechnet nach Tokens ab, die Werte sind die offiziellen Beispielrechnungen für die genannte Größe und Qualitätsstufe – Beschreibungstext und Referenzbilder kommen hinzu. Und bei FLUX.2 veröffentlichen die Anbieter zwei Angaben, die nicht deckungsgleich sind: Der Kostenrechner zeigt 0,048 USD je Bild, die Preisliste nennt für [pro] ab 0,03 USD. Beide Angaben stehen hier nebeneinander, gemittelt wird nicht.
Die Abo-Seite sieht anders aus. Midjourney Standard kostet 30 USD (26,77 EUR) im Monat und enthält 15 Stunden schnelle GPU-Zeit sowie unbegrenzte Bilder im Warteschlangen-Tarif, Wartezeit laut Anbieter 0 bis 30 Minuten. Ideogram Plus liegt bei 20 USD (17,85 EUR) mit 2.400 Prioritäts-Credits und laut Anbieter unbegrenzten Slow-Credits. Bei Midjourney wird GPU-Zeit verkauft, keine Bilder: Ein Prompt mit vier Bildern kostet laut Anbieterdoku 0,8 Minuten, im Standard-Plan sind also rund 4.500 Bilder im Guthaben – rechnerisch 0,0059 EUR je Bild. Abo-Nutzer zahlen also nicht mehr je Bild, sondern für den Zugang.
Ab wann sich eigene Hardware rechnet – und wann nicht
Die Rechnung ist einfach, sobald man die zwei Modelle auseinanderhält. Die Hardware läuft monatlich weiter, egal wie viele Bilder entstehen; die Cloud kostet je Bild. Die Schwelle ist die Menge, bei der beide gleich teuer sind. Für ein System zu 2.699 EUR über 36 Monate (74,97 EUR Fixkosten im Monat) ergibt das:
| Cloud-Vergleich, Preis je Bild in EUR | Break-even in Bildern je Monat |
|---|---|
| OpenAI gpt-image-2 High (0,188) | 410 |
| Ideogram 4.0 Quality (0,089) | 897 |
| FLUX.2 [max] (0,062) | 1.320 |
| Ideogram 4.0 Default (0,054) | 1.566 |
| OpenAI gpt-image-2 Medium (0,047) | 1.800 |
| FLUX.1 [dev] über Playground (0,043) | 2.016 |
| Ideogram 4.0 Turbo / FLUX.2 [pro] (0,027) | 3.550 |
Über alle Hardware-Varianten und Vergleichspreise liegt die Schwelle zwischen rund 370 und rund 5.250 Bildern im Monat. Gegen die Premium-Tarife der großen Anbieter ist eigene Hardware also ab rund 400 bis 900 Bildern im Monat günstiger, gegen die günstigen Tarife erst bei mehreren Tausend. Zwei Volumen-Tarife liegen sogar unter den lokalen Stromkosten je Bild (OpenAI gpt-image-2 Low mit 0,005 EUR und FLUX.2 [klein] mit 0,012 EUR) – dort ist die Cloud billiger, selbst wenn der Rechner geschenkt wäre.
Die Zwischenrechnung macht es greifbar: Bei 250 Bildern im Monat stehen 76,39 EUR lokal gegen 47,07 EUR bei OpenAI High, 22,31 EUR bei Ideogram Quality und 26,77 EUR im Midjourney-Abo. Bei 2.000 Bildern stehen 86,28 EUR lokal gegen 376,58 EUR bei OpenAI High und 178,48 EUR bei Ideogram Quality. Der lokale Posten wächst fast nicht mit der Menge – 1.000 Bilder mehr kosten rund 5,65 EUR mehr Strom.
Und jetzt der Teil, der in Anbietertexten fehlt: Gegen ein Abo mit unbegrenztem Warteschlangen-Tarif rechnet sich eigene Hardware auf der reinen Kostenseite nie. 74,97 EUR Fixkosten stehen 26,77 EUR Abo gegenüber. „Lokal ist immer billiger“ ist falsch. „Lokal ist schneller“ übrigens auch – Midjourney rechnet 0,8 Minuten GPU-Zeit für vier Bilder, lokal braucht ein einzelnes Bild rund 100 Sekunden, und gerendert wird nacheinander, weil ein Rechner nur einen Lauf gleichzeitig trägt. Wer Wartezeit akzeptiert und nur den Preis betrachtet, fährt mit dem Abo über die ganze Spanne günstiger.
Was lokal wirklich kann – und wo die Grenze liegt
Was lokale Modelle heute liefern, lässt sich an einem Beispiel aus unserer Arbeit zeigen: eine Szene, in der ein Tischlermeister auf einem Tablet eine Konstruktionszeichnung prüft, daneben eine CNC-Fräse, warmes Werkstattlicht, keine inszenierte Werbeoptik. Solche szenischen, fotorealistisch wirkenden Illustrationen entstehen reproduzierbar, in festen Seitenverhältnissen (quadratisch, 16:9, 9:16 und einige mehr) und in Qualität, die für Artikelbilder, Stellenanzeigen und Social-Media-Motive trägt.
Die Grenze liegt beim Text im Bild. Die Modellbeschreibung von SDXL sagt es selbst: lesbarer Text ist mit diesem Modell nicht zu erzeugen. Die neueren Modelle werben mit verbessertem Text-Rendering, und in der eigenen Praxis kommen kurze Wörter in Großbuchstaben zuverlässig – Kleintext mit Umlauten zerfällt reproduzierbar. Die Konsequenz ist keine Notlösung, sondern die saubere Bauart: Szene und Text getrennt halten und Überschriften im Layout setzen, statt sie ins Bild zu schreiben. „Text im Bild“ taugt damit nicht als Leistungsversprechen. Genau deshalb schreiben wir keine Titel in generierte Bilder.
Drei weitere Grenzen gehören in jede Kalkulation. Erstens: Qualitätsaussagen der Hersteller – Arena-Ränge, Benchmark-Spitzenwerte – sind Herstellerangaben und nicht unabhängig geprüft; sie taugen als Hinweis, nicht als Beweis. Zweitens: Die Formate sind fest. Ein Bild wird nicht auf den Millimeter nachgezogen, das Motiv wird im passenden Seitenverhältnis erzeugt. Drittens: Die Einrichtung ist Handarbeit und einmalig – Modellsammlung in mehreren Gigabyte herunterladen, Freigabe im eigenen Netz, Start von Hand statt Autostart, Speicherverwaltung, damit parallel geladene Modelle sich nicht gegenseitig blockieren, dazu Updates und Pflege ohne Support-Hotline. Wer das outsourcen will, braucht jemanden dafür; wer es selbst macht, bezahlt mit Arbeitszeit.
Wofür es sich lohnt – und wofür ausdrücklich nicht
Lohnenswert ist eigene Bild-KI dort, wo Bilder regelmäßig in Serie entstehen und der Weg über einen fremden Server vermieden werden soll:
- wiederkehrende Motive: Artikelbilder, Angebotsköpfe, Stellenanzeigen, Social-Media-Serien
- Motive mit Personen, Kundenmaterial, Produkten oder Baustellendokumentation, die das Haus nicht verlassen sollen
- gleichbleibende Bildsprache über Monate, ohne dass ein Anbieter die Modelle oder Preise ändert
- Planbarkeit: eine bezahlte Maschine statt eines Verbrauchszählers
- Mitnutzung: dieselbe Grafikleistung trägt lokale Sprachmodelle, Texterkennung und Bildauswertung – der Fixposten verteilt sich auf mehrere Aufgaben
Nicht lohnenswert ist sie dort, wo der Bedarf klein bleibt oder der Preis das einzige Kriterium ist:
- einzelne Bilder im Monat oder gelegentliche Nutzung – hier sind Fixkosten von 67 bis 100 EUR im Monat die teuerste Art, günstig zu produzieren
- Anwender, die eine Web-Oberfläche, Komfortfunktionen und Bedienung ohne Rechnerpflege erwarten
- Betriebe ohne jemanden, der eine Maschine einrichten, aktualisieren und betreuen kann
- wer bereits ein Abo mit unbegrenztem Warteschlangen-Tarif nutzt und die Wartezeit akzeptiert
- wer Spezialfunktionen braucht, die nur geschlossene Anbieter liefern
Zusammengefasst: Eigene Bild-KI rechnet sich für Betriebe, die regelmäßig Bilder in Serie brauchen und deren Motive das Haus nicht verlassen sollen. Für ein paar Bilder im Monat ist sie der teuerste Weg, günstig zu produzieren – und ein Abo die vernünftigere Antwort.
Compliance: was belegbar ist – und was nicht
Bei diesem Thema wird viel versprochen. Deshalb hier getrennt, was sich feststellen lässt und was eine Rechtsfrage bleibt.
Belegbar ist die technische Tatsache: Läuft die Generierung auf eigener Hardware im eigenen Netz, findet keine Übermittlung an Dritte statt. Es gibt keinen Anbieter, der Bild oder Bildbeschreibung erhält. Das ist der Kern dessen, was Datenhoheit praktisch bedeutet – und der stärkste sachliche Grund für ein lokales System.
Nicht daraus ableitbar ist eine pauschale Datenschutz-Garantie. „Lokal“ ist eine Eigenschaft der Verarbeitung, nicht des Einsatzzwecks. Ob ein konkreter Einsatz rechtmäßig ist, hängt am Zweck, an den verwendeten Daten und an der Rechtsgrundlage – und damit an der eigenen Bewertung, nicht am Werkzeug. Wer lokale Bildgenerierung als „automatisch DSGVO-konform“ verkauft, verkauft eine Behauptung.
Ordnung gehört an zwei Stellen dazu. Erstens der Einsatzzweck: Bildgenerierung für die eigene Kommunikation fällt in den Bereich begrenzter Risiken, und dort greift die Transparenzpflicht – KI-generierte Inhalte müssen als solche erkennbar sein, mit den bekannten Ausnahmen für künstlerische und satirische Arbeiten sowie für redaktionell geprüfte Inhalte, für die eine Person die Verantwortung übernimmt. Diese Pflicht hängt nicht am Werkzeug, sondern an dem, was veröffentlicht wird. Bei uns läuft die Kennzeichnung als fester Schritt der Veröffentlichung, nicht als Fußnote.
Zweitens die Sicherheit. Sicherheitsmaßnahmen müssen dokumentiert sein – das ist keine Frage der Technikhöhe, sondern der Nachvollziehbarkeit. Was dazugehört: Die Generierung liegt in einem abgeschotteten Teil des eigenen Netzes, die Bild-Schnittstelle ist auf das lokale Netz begrenzt und nicht aus dem Internet erreichbar, und der Zugriff ist beschränkt und dokumentiert. Das ist keine Zertifizierung und auch kein NIS-2- oder AI-Act-Siegel. Es ist die belegbare Grundlage, auf der eine Bewertung überhaupt stattfinden kann.
Wer vorhat, Bild-KI im Betrieb einzusetzen, sollte den Einsatzzweck vorher aufschreiben: welcher Zweck, welche Daten, wer prüft und gibt frei, wo liegen die Ergebnisse. Dieser Zettel ersetzt am Ende jedes pauschale Versprechen.
Wie wir das selbst betreiben
Wir arbeiten mit genau diesem Aufbau: eine eigene Maschine im eigenen Netz, lokale Bildgenerierung, ein Modell unter Apache 2.0 – kommerziell frei und damit ohne Rechtsrisiko bei der Publikation. Die Bildgenerierung ist dabei nicht der erste Baustein: Die lokale Infrastruktur läuft seit Monaten und trägt Sprachmodelle, Texterkennung und Bildauswertung; die Bilderzeugung ist darauf dazugekommen. Die Fixkosten der Maschine verteilen sich also auf mehrere Aufgaben – und genau das ist der Punkt, an dem die Rechnung im Betrieb anders aussieht als im reinen Kostenvergleich gegen ein Abo.
Was in der Praxis wirklich zählt, ist dabei nicht die Technik, sondern die Reihenfolge: erst den Zweck und die Lizenz klären, dann das Motiv bauen. Vor jedem Modellwechsel steht bei uns die Lizenzprüfung, sonst wandert das Werkzeug vom kommerziell freien in den nicht nutzbaren Bereich. Szene und Text halten wir getrennt. Und weil eine Maschine nur einen Lauf gleichzeitig trägt, werden Bildaufträge gereiht statt parallel gestartet. Wer das ernst nimmt, bekommt Bilder, die in Serien zusammenpassen – ohne Abo, ohne Warteschlange und ohne dass ein Motiv das Haus verlässt.
Was nicht belegt ist
Zu jeder Zahl gehört die Angabe, wie belastbar sie ist:
- Der Stromverbrauch des Systems unter Last ist mit 100 Watt Systemanteil eine Annahme, nicht gemessen. Gemessen ist der Zeitbedarf je Bild.
- Arbeitszeit für Einrichtung und Betreuung, Modell-Ladezeiten von ein bis drei Minuten je Sitzung, Ausfalltage und Wartung sind in keiner Rechnung enthalten.
- Ein Restwert der Hardware ist nicht eingerechnet; würde die Maschine nach 36 Monaten verkauft, sinken die Fixkosten entsprechend (Annahme, kein belegter Wert).
- Preise sind Momentaufnahmen vom 12.10.2026. Grafikkartenpreise schwanken stark – eine abgekündigte Karte kostet in Restbeständen mehr als ein komplettes System. Cloud-Preise ändern sich ebenfalls jederzeit.
- Qualitäts- und Rangaussagen der Modellanbieter sind nicht unabhängig geprüft.
Wenn Bilder bei Ihnen regelmäßig entstehen und die Motive das Haus nicht verlassen sollen: Wie viele Bilder brauchen Sie im Monat, und wofür? Schreiben Sie uns zwei Sätze dazu. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, ob sich eine eigene Maschine für Ihren Fall rechnet – oder ob ein Abo die vernünftigere Antwort bleibt.
Nachtrag vom 15.10.2026
Eine Grenze aus diesem Text ist gefallen: „Text im Bild“. Sie stand hier bislang als feste Grenze (Stand 12.10.2026) – mit FLUX 3 Image Klein (15.10.2026) entstehen kurze deutsche Schriftzüge in Großbuchstaben lokal und lesbar im Bild, Umlaut inklusive, maschinell per Texterkennung geprüft. Was das Modell dahinter leistet, was es auf welcher Maschine braucht und was seine Lizenz erlaubt, steht im Werkstattbericht: https://www.ren-ai-ssance.de/2026/10/15/flux-3-image-klein-was-das-offene-bildmodell-auf-eigener-hardware-leistet/. Text, der exakt sitzen muss, bleibt weiterhin im Layout – lange Absätze und Kleinschrift sind nichts fürs Bild.
Quellen
Alle Angaben aus Quellen vom 12.10.2026 (Modelle, Preise, Lizenzen) und 21.08.2026 (Strompreise); Wechselkurs vom 09.10.2026.
- BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 (Haushalte 37,0 ct/kWh, kleine und mittlere Betriebe 17,2 ct/kWh): https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/
- idealo, Preisvergleich „Komplett PC mit RTX 4090″ (2.414,90 / 2.699 / 3.599 EUR): https://www.idealo.de/preisvergleich/Liste/124206723/komplett-pc-mit-rtx-4090.html
- Geizhals, RTX 4090 Founders Edition (3.989,99 EUR, Restbestand) und RTX 5090 (ab 4.937 EUR): https://geizhals.de/nvidia-geforce-rtx-4090-founders-edition-a2815453.html
- OpenAI, Image generation guide, Abschnitt „Calculating costs“ (gpt-image-2: 0,006 / 0,053 / 0,211 USD bei 1024 × 1024): https://platform.openai.com/docs/guides/image-generation
- Ideogram, Preise je Bild (4.0 Turbo 0,03 / Default 0,06 / Quality 0,10 USD): https://ideogram.ai/api-pricing/
- Ideogram, Pläne und Credits (Plus 20 USD, Pro 60 USD; „Last verified: October 1, 2026″): https://docs.ideogram.ai/plans-and-billing/available-plans
- Midjourney, Planvergleich (Basic 10 / Standard 30 / Pro 60 / Mega 120 USD) und GPU-Zeiten (SD-Prompt 0,8 min, Relax-Wartezeit 0–30 min): https://docs.midjourney.com/hc/en-us/articles/27870484040333-Comparing-Midjourney-Plans
- Black Forest Labs, Pricing (FLUX.2 [klein] ab 0,014 / [pro] ab 0,03 / [max] ab 0,07 USD) und Non-Commercial-Lizenz FLUX.1 [dev]: https://docs.bfl.ai/quick_start/pricing · https://bfl.ai/legal/non-commercial-license-terms
- Modellkarten und Lizenztexte, jeweils abgerufen am 12.10.2026: Stable Diffusion 1.5 – https://huggingface.co/stable-diffusion-v1-5/stable-diffusion-v1-5 · SDXL 1.0 – https://huggingface.co/stabilityai/stable-diffusion-xl-base-1.0 · Stable Diffusion 3.5 – https://huggingface.co/stabilityai/stable-diffusion-3.5-large · FLUX.1 [schnell] – https://huggingface.co/black-forest-labs/FLUX.1-schnell · FLUX.1 [dev] – https://huggingface.co/black-forest-labs/FLUX.1-dev · HiDream-I1 – https://huggingface.co/HiDream-ai/HiDream-I1-Full · Qwen-Image 2512 – https://huggingface.co/Qwen/Qwen-Image-2512 · Z-Image-Turbo – https://huggingface.co/Tongyi-MAI/Z-Image-Turbo · Qwen-Image 2.1 – https://github.com/QwenLM/Qwen-Image-2.1/blob/main/LICENSE
- Europäische Zentralbank, Euro-Referenzkurse (09.10.2026, 1 EUR = 1,1206 USD): https://www.ecb.europa.eu/stats/eurofxref/eurofxref-daily.xml
- Eigene Messung, Stand 07.10.2026: rund 100 Sekunden je Bild, feste Seitenverhältnisse, Text-im-Bild-Grenze aus der eigenen Praxis.
Autor: Team REN-AI-SSANCE – mit KI-Unterstützung erstellt, von Menschen geprüft und freigegeben.




