Getty Images hat am 21. Oktober 2026 in den USA Gläubigerschutz beantragt. Als Gründe nennt das Unternehmen hohe Schulden und die Konkurrenz durch KI-generierte Bilder. Dem Schritt war die geplante Fusion mit Shutterstock vorausgegangen, die scheiterte.
Das Verfahren nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts erlaubt es, Verbindlichkeiten unter gerichtlicher Aufsicht neu zu ordnen, während der Betrieb weiterläuft. Getty Images will die Restrukturierung nach eigenen Angaben bis zum Jahresende abschließen.
Der Plan sieht 533 Millionen US-Dollar neues Kapital vor. Nach Abschluss des Verfahrens sollen die Getty-Familie und Koch Equity Development die Kontrolle über das Unternehmen übernehmen. Zuvor war die geplante Fusion mit Shutterstock gescheitert, mit der Getty seine Marktposition stärken wollte.
Hinter dem Schritt steht eine Verschiebung im Markt für Bildmaterial. Jahrzehntelang kauften Unternehmen, Redaktionen und Kreative Fotos und Illustrationen bei Agenturen. Generative KI-Werkzeuge erzeugen individuelle Motive in Sekunden, was die Nachfrage nach bestimmten Formen generischer Archivbilder reduziert.
Getty behält dem Bericht zufolge eigenständige Vorteile: das historische Archiv, die Nachrichtenfotografie und Inhalte mit klar geregelten Nutzungsrechten. KI gilt damit nicht als alleinige Ursache der Schwierigkeiten, erhöht aber den Druck auf ein ohnehin verletzliches Geschäftsmodell. Die künftige Rolle klassischer Bildagenturen und der Berufsfotografie wird dadurch ungewisser.
Für Handwerksbetriebe und KMU ändert sich am Einkauf von Bildern zunächst wenig, an der Beweislage dagegen schon. Drei Punkte sind relevant:
- Bildrechte sollten schriftlich dokumentiert sein. Bildrechte werden in Deutschland aktiv verfolgt; ein Screenshot einer Lizenzseite gilt regelmäßig nicht als Nachweis eingeräumter Nutzungsrechte.
- KI-generierte Inhalte müssen nach dem EU AI Act als solche erkennbar sein. Das betrifft auch Bilder in Angeboten, Präsentationen und auf der Website.
- Wer Bildpakete oder Abonnements eingekauft hat, sollte prüfen, welche Rechte nach einer Sanierung des Anbieters noch gelten.
Wie sich der Zugang zum Archiv und bestehende Lizenzverträge während des Verfahrens entwickeln, ist öffentlich nicht belegt. Belastbare Angaben dazu liegen nicht vor.
Autor: Team REN-AI-SSANCE – mit KI-Unterstützung erstellt, von Menschen geprüft und freigegeben.
Quelle: Medium (AI News Week, David Akpovi) – Originalartikel vom 23.10.2026; Abruf/Archivstand: 24.10.2026




