Der südkoreanische Telekomkonzern KT hat am 27. Oktober 2026 die Plattform Token Factory vorgestellt, die zum Start am 30. Oktober 73 KI-Modelle über eine Schnittstelle und eine Abrechnung bündelt. Ab November soll die Zahl über eine Partnerschaft mit dem US-Marktplatz OpenRouter auf mehr als 500 Modelle steigen. KT rechnet durch eigene Modell-Routing- und Kompressionstechnik mit bis zu 25 Prozent geringerer Token-Nutzung; die Vergleichskriterien der internen Tests wurden nicht veröffentlicht.
Der südkoreanische Telekomkonzern KT hat am 27. Oktober 2026 in Seoul die Plattform Token Factory vorgestellt. Sie soll Unternehmen den Zugang zu KI-Modellen verschiedener Anbieter über eine Schnittstelle bündeln, mit Nutzungsübersicht und Abrechnung in koreanischen Won. Der Start ist für den 30. Oktober angesetzt, zunächst mit 73 Modellen; ab November soll die Zahl über eine Partnerschaft mit dem US-Marktplatz OpenRouter auf mehr als 500 steigen.
Von den 73 Startmodellen laufen sieben in Rechenzentren von KT in Korea, darunter das eigene Modell des Konzerns sowie Modelle von Upstage und Motif Technologies. Die übrigen 66 Modelle kommen über OpenRouter. Abgerechnet wird nach tatsächlicher Nutzung, in den Varianten Standard und Enterprise; größere Kunden erhalten Mengenrabatte und dedizierte Netzanbindungen, außerdem sollen sich KI-Kosten mit der Telekomrechnung bündeln lassen. Für März kommenden Jahres ist der Schritt in den Privatkundenmarkt geplant.
Die Kostenersparnis entsteht nach Angaben von KT über zwei Hebel. Der selbst entwickelte „Auto Model Router“ prüft für jede Anfrage Aufgabentyp, Schwierigkeit, benötigte Qualität und Kosten und schickt sie an ein passendes Modell – Übersetzungen und Zusammenfassungen an günstige, aufwendige Analysen an leistungsfähigere. Der zweite Hebel ist Prompt-Kompression, die Wiederholungen aus der Anfrage entfernt, ohne die Bedeutung zu verändern. Kim Jun-seok, Leiter des KT-Labors für agentische KI, bezifferte den Anteil der Prompt-Kompression an der Einsparung mit rund 20 Prozent und den der Modellwahl mit weiteren 5 Prozent. Die Angabe von bis zu 25 Prozent stammt aus internen Tests; die Vergleichskriterien hat KT nicht veröffentlicht.
Als Auslöser nennt KT Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Firmenkunden. Unternehmen wollten neuere KI-Modelle übernehmen, ohne ständig ihre Systeme umzubauen, sagte Lee Jin-hyoung, Leiter des Geschäftsbereichs AX bei KT. Sie wollten außerdem sicherstellen, dass Beschäftigte keine KI-Werkzeuge außerhalb der Sicherheitskontrollen des Unternehmens nutzten.
Das Geschäftsmodell reicht über die Vermittlung fremder Modelle hinaus. KI-Marktplätze nähmen üblicherweise eine Provision von rund 5 Prozent, das sei aber nicht das Hauptgeschäft von KT, sagte Lee. Den Großteil des Umsatzes erwarte der Konzern mit Modellen, die auf eigenen GPUs laufen, wo sich Kosten kontrollieren und Margen setzen ließen. KT will nach eigenen Angaben seine sieben lokal betriebenen Modelle günstiger anbieten als vergleichbare Dienste, hat aber keine Detailpreise genannt; Umsatzziele und die Zahl zahlender Kunden wurden nicht bekannt gegeben.
Der Betriebsort bleibt bei einem solchen Bündel die offene Frage. Nur sieben der 73 Startmodelle laufen in Korea, die meisten über OpenRouter vermittelten Modelle werden im Ausland verarbeitet. KT kündigt an, je Modell Anbieter und Betriebsregion auszuweisen; lokal verarbeitete Modelle sollen vor allem für Banken und öffentliche Einrichtungen interessant sein, die strenge Anforderungen an die Datenhaltung haben. OpenRouter sei dafür gebaut worden, damit Entwickler und Unternehmen KI-Modelle verschiedener Anbieter nutzen können, ohne jedes einzeln zu verwalten, sagte OpenRouter-Gründer und Geschäftsführer Alex Atallah in einer aufgezeichneten Botschaft. Die Zusammenarbeit mit KT weite diese Wahl auf koreanische Unternehmen aus, mit der Option, Recheninfrastruktur in Korea zu nutzen. OpenRouter hatte im August einer Übernahme durch den US-Zahlungsdienstleister Stripe zugestimmt; berichtet wird von einem Volumen von mehr als 8 Milliarden Dollar.
Für Handwerksbetriebe und KMU verschiebt sich mit solchen Bündeln die Prüffrage im Einkauf: Bei einem Router, der auf Kosten optimiert, ist die Betriebsregion des jeweils gewählten Modells Teil der Beschaffungsentscheidung und nicht nur der Modellname. Die Ausweisung von Anbieter und Region je Modell, die KT ankündigt, ist dafür die Voraussetzung.
Autor: Team REN-AI-SSANCE – mit KI-Unterstützung erstellt, von Menschen geprüft und freigegeben.
Quelle: The Korea Herald – Originalartikel vom 27.10.2026; Abruf/Archivstand: 28.10.2026




