Der CEO Outlook 2026 von EY Schweiz meldet, dass 97 Prozent der befragten CEOs ihre KI-Initiativen als erwartungskonform oder besser bewerten. Zugleich benennt die Studie den Schritt in den Produktivbetrieb als Bruchstelle: Bei mehreren Agenten in einer Prozesskette multiplizieren sich Fehler, und der größte Aufwand liegt nicht im Modell, sondern in Sicherheit, Testumgebungen und Vorfallmanagement.
Der CEO Outlook 2026 von EY Schweiz zeichnet ein widersprüchliches Bild. 97 Prozent der befragten CEOs geben an, ihre KI-Initiativen erfüllten die Erwartungen oder übertrafen sie. Am deutlichsten zeigt sich der Wandel in der Softwareentwicklung: Bereits Ende 2025 wurde fast die Hälfte des Programmcodes auf der Plattform GitHub mit KI-Unterstützung geschrieben. Agenten schreiben Tests, beheben Fehler und bearbeiten komplexe Aufgaben über Stunden oder Tage ohne menschliches Eingreifen.
Die Studie benennt zugleich die Bruchstelle zwischen Demonstration und Dauerbetrieb. „Was in einer Demonstration überzeugend wirkt, ist nicht dasselbe wie ein zuverlässiger Betrieb im produktiven Umfeld“, heißt es in der Auswertung. Der Grund liegt in der Funktionsweise der Systeme: Bei einem Large Language Model variiert der Output bei gleicher Aufgabe. Werden mehrere Agenten in einen Prozess eingebunden, multiplizieren sich diese Abweichungen. Aus einer Trefferquote von 0,97 pro Schritt werden in einer Kette aus zehn Schritten rund 74 Prozent, bei zwanzig Schritten rund 54 Prozent.
Der größte Aufwand liegt den Angaben zufolge nicht im Modell selbst, sondern in den begleitenden Voraussetzungen: Sicherheit, Testumgebungen, Vorfallmanagement und stabile Deployment-Prozesse. EY empfiehlt eine strukturierte Orchestrierung der Agenten und eine Trennung von Test- und Produktionsumgebungen, wie sie aus der Softwareentwicklung bekannt ist. Vielen Unternehmen fehlt nach Einschätzung der Studie bislang die betriebliche Erfahrung, solche Systeme zuverlässig und sicher zu betreiben.
Die Erfahrung aus EY-Projekten über mehrere Branchen zeigt, dass die größten Hürden weniger in der Technologie als in der Organisation liegen: fehlende KI-Strategien, unklare Verantwortlichkeiten und Governance-Rahmenwerke, die auf ein langsameres Innovationstempo ausgelegt sind. Adrian Ott, Chief AI Officer bei EY Schweiz, sagt: „KI-Governance übernimmt die entscheidende Aufgabe, regulatorische Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren und interne Prozesse laufend anzupassen, bevor sie zum Risiko werden.“
Weitere Zahlen aus dem Umfeld der Studie: Im Schweizer Finanzsektor arbeiten laut dem EY Bankenbarometer 2026 78 Prozent der Institute aktiv an der Einführung von KI, im Vorjahr waren es 53 Prozent. Europa verfügt bei der Entwicklung neuer Modelle über rund 5 bis 10 Prozent der weltweiten KI-Rechenkapazität, die USA über etwa 60 bis 75 Prozent. Ott verweist darauf, dass ein großer Teil der Schweizer Unternehmen, die KI produktiv einsetzen, auf Modelle großer US-Anbieter zurückgreift – die unterstützenden Systeme damit häufig außerhalb der Schweiz trainiert, reguliert und betrieben werden.
Einzuordnen sind die 97 Prozent als Selbstauskunft der befragten Führungskräfte; das Sample umfasst Schweizer Unternehmen. EY Schweiz ist zugleich Anbieter von Beratungsleistungen für den Aufbau solcher Strukturen.
Autor: Team REN-AI-SSANCE – mit KI-Unterstützung erstellt, von Menschen geprüft und freigegeben.
Quelle: MoneyToday – Originalartikel vom 01.04.2026; Abruf/Archivstand: 01.11.2026




