Anthropic hat den Research-Preview von Claude Duet per Warteliste für Pro- und Max-Abonnenten in den USA geöffnet. Der Agent läuft auf Opus 5.5, meldet sich morgens mit einem Briefing und wartet vor sensiblen Aktionen auf eine Freigabe.
Anthropic hat den Research-Preview von Claude Duet geöffnet – zunächst per Warteliste und ausschließlich für Pro- und Max-Abonnenten in den Vereinigten Staaten. Der Agent läuft auf dem Modell Opus 5.5 und kommt als eigenständige App für iOS, Android und im Web. Team- und Enterprise-Tarife sind noch nicht eingeschlossen.
Das Produkt dreht die Richtung der Interaktion um: Statt auf Eingaben zu warten, meldet sich der Agent selbst. Jeden Morgen verschickt er ein kurzes Briefing über die wichtigsten Vorgänge in den verbundenen Apps, prüft diese im Tagesverlauf alle paar Stunden und meldet sich nur, wenn etwas Aufmerksamkeit braucht. Aufgaben nimmt er per Nachricht entgegen und arbeitet sie in einer eigenen virtuellen Maschine mit eigenem Browser ab – unabhängig davon, ob Notebook oder Smartphone eingeschaltet sind. Ist eine Aufgabe erledigt oder braucht sie eine Entscheidung, folgt eine Benachrichtigung.
Der Kern der Konstruktion ist die Freigabe. Bevor der Agent eine Nachricht versendet, eine Zahlung auslöst, ein Dokument signiert oder etwas löscht, zeigt er den Schritt an und wartet auf Zustimmung. Einige Vorgänge bleiben auch mit Zustimmung ausgeschlossen, etwa der Handel mit Wertpapieren oder das Umbuchen von Geld zwischen Konten. Zugangsdaten sieht der Agent nach Angaben von Anthropic nicht direkt; die Behandlung folgt dem Design der Claude Managed Agents. Ausgehende Aktionen laufen durch einen Klassifikator, dazu kommt ein eigener Safety-Systemprompt, der Kreditkartennummern und amtliche Ausweisdaten zurückweist. Gesundheitsdaten und persönliche Finanzinformationen gibt der Agent nur weiter, wenn dies ausdrücklich angewiesen wurde. Die Sicherheitsinfrastruktur wurde nach Unternehmensangaben von internen Red Teams und einer externen Firma per Penetrationstest geprüft und ist Teil des öffentlichen Bug-Bounty-Programms.
Angebunden ist Duet an mehr als 6.000 Konnektoren und Plugins aus dem Claude Marketplace, darunter Gmail, Google Kalender, Slack, Microsoft 365, Notion, HubSpot, DocuSign, Intuit QuickBooks, Stripe, Gusto, Canva, Shopify und Ramp. Die Anmeldung auf Websites über in 1Password gespeicherte Zugangsdaten ist angekündigt, aber noch nicht verfügbar. Einkäufe laufen über die digitale Wallet Link von Stripe mit virtueller Karte, sodass die eigentliche Kartennummer nicht weitergegeben wird.
Anthropic benennt die Grenzen selbst: Die frühe Version könne einen Thread falsch lesen oder Dringlichkeit falsch einschätzen, persönliche Erledigungen wie Ticketbuchungen beherrsche sie weniger gut als berufliche Aufgaben, und der eigene Browser lässt sich noch nicht anzeigen. Die Hintergrundprüfungen zählen auf dasselbe Nutzungslimit wie normale Unterhaltungen, größere Aufgaben verbrauchen entsprechend mehr Kontingent.
Als Zielgruppe nennt das Unternehmen Berufstätige und Kleinunternehmer mit mehr Aufgaben, als sie im Blick behalten können. Aus der Testphase berichtet Anthropic von einer Immobilienmaklerin, der der Agent einen falsch eingetragenen Termin meldete, von einem Gastronomen mit rund 110 Beschäftigten, der Buchhaltung, Kundensupport und Marketing über Duet bündelt, sowie von einer Markenstrategin, deren Termin der Agent vor einen Flug verschob. Typische Aufgabenbeispiele sind offene Rechnungen finden und Mahnungen entwerfen, Lohnabrechnungen zur Prüfung vorbereiten, Verträge zum Versand fertigstellen sowie Briefings, Präsentationen und Dashboards erstellen.
Claude Duet tritt in ein Feld ein, in dem OpenAI und Meta parallel Produkte aufbauen. Für die Einordnung: Meta erreicht nach eigenen Angaben 3,64 Milliarden täglich aktive Nutzer, Duet startet dagegen mit einer bezahlten Warteliste.
Für kleine und mittlere Betriebe in Deutschland bleibt das Produkt vorerst Theorie: Der Start ist auf die USA beschränkt, der Zugang läuft über eine Warteliste, und die Anbindung an europäische Buchhaltungs- und Handwerkersoftware ist nicht Teil der genannten Konnektorenliste. Die beschriebenen Aufgaben – Rechnungen nachfassen, Termine verschieben, Eingänge sortieren, Lohn vorbereiten – gehören zugleich zu denen, die in Handwerksbetrieben und KMU regelmäßig liegen bleiben.
Autor: Team REN-AI-SSANCE – mit KI-Unterstützung erstellt, von Menschen geprüft und freigegeben.
Quelle: AI Weekly (Original: Anthropic) – Originalankündigung vom 21.10.2026 (Anthropic), Bericht vom 22.10.2026 (AI Weekly); Abruf/Archivstand: 23.10.2026




