Das US-Heimatschutzministerium hat angeordnet, dass Produkte von DeepSeek und darauf aufbauende Tools von Drittanbietern von den IT-Geräten ziviler Bundesbehörden entfernt werden. Zur Begründung verweist die Behörde auf mögliche Übertragungen sensibler Daten nach China. Für Militär und Geheimdienste gilt die Anweisung nicht.
Eine am Montag, 19. Oktober 2026, veröffentlichte Anweisung des US-Heimatschutzministeriums (DHS) verpflichtet zivile Bundesbehörden, Produkte des chinesischen Anbieters DeepSeek nicht mehr einzusetzen. Betroffen sind auch Werkzeuge von Drittanbietern, die auf DeepSeek gebaut sind; sie müssen von den IT-Geräten entfernt werden. Das DHS kann zivilen Stellen Weisung erteilen, nicht aber dem Militär und den Geheimdiensten. Das US-Verteidigungsministerium reagierte nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.
Die Begründung steht in einem Dokument, das der Anweisung beiliegt. „DeepSeeks Modelle weisen mehrere Bedrohungsvektoren auf“, heißt es dort. Die Nutzung könne „zur Übertragung sensibler Daten nach China führen, wenn sie von US-Regierungsangestellten oder Auftragnehmern verwendet wird“. Die Server des Anbieters stehen in China, wo das Rechtssystem der Regierung „umfassende Befugnisse“ für den Zugriff auf private Unternehmensinfrastruktur einräume, so das Ministerium.
DeepSeek gehört zu den führenden KI-Labors Chinas und hatte im Januar 2025 mit einem kostengünstigen, leistungsfähigen Chatbot Annahmen über die Dominanz der USA in dem Feld erschüttert. Im April 2026 erschien die lange erwartete Modellgeneration V4, Anfang Oktober folgte eine schnellere, leichtere Variante von V4. Die USA werfen DeepSeek und anderen großen chinesischen KI-Firmen vor, systematisch Fähigkeiten von Modellen amerikanischer Wettbewerber abgeschöpft zu haben.
Für Betriebe in Deutschland ist der Beschluss kein geltendes Recht, die Mechanik dahinter ist aber übertragbar. Entscheidend ist nicht das Logo im Chatfenster, sondern der Weg, den Daten nehmen. Wer über eine Programmierschnittstelle arbeitet, schickt jede Anfrage – Prompt, Dokument, Kontext – an Server außerhalb der EU. Wer ein Modell in ein eigenes Werkzeug einbettet, hat den Datenpfad mit eingebaut, auch wenn auf dem Deckblatt ein anderer Anbieter steht. Offene Gewichte ändern daran nichts: Frei verfügbar bedeutet nicht, dass die Verarbeitung im eigenen Haus bleibt – erst eigene Hardware tut das.
Vier Punkte, die sich in jedem Betrieb prüfen lassen:
– Datenziel: Steht in Vertrag oder Dokumentation, wo verarbeitet wird? Wer das nicht in zwei Minuten findet, hat die Frage nicht geklärt.
– Dienstleisterkette: Welche Modelle stecken in den eingesetzten Werkzeugen? Ein Assistent, der drei Anbieter rotiert, sind drei Verarbeitungen statt einer.
– Rechtsgrundlage: Eine Drittlandübermittlung braucht Auftragsverarbeitung, Standardvertragsklauseln oder eine Transfer-Folgenabschätzung.
– Auswechselbarkeit: Lässt sich das Modell tauschen, ohne das Werkzeug neu zu bauen? Wer die Schnittstelle standardisiert hat, entscheidet in einem Tag statt in einem Quartal.
Der politische Rahmen bleibt in Bewegung. Beim Treffen von Xi Jinping und Donald Trump im September im Weißen Haus vereinbarten beide Seiten einen Kommunikationskanal für KI-Zwischenfälle. Das Thema dürfte bei einem weiteren Gipfel im November in Shenzhen erneut auf die Tagesordnung kommen.
Autor: Team REN-AI-SSANCE – mit KI-Unterstützung erstellt, von Menschen geprüft und freigegeben.
Quelle: The Guardian – Originalartikel vom 20.10.2026; Abruf/Archivstand: 21.10.2026




